Vietnam 2017 – Sapa

Sapa liegt im Nordwesten Vietnams etwa 50 km von der chinesischen Grenze entfernt. Gegründet von den Franzosen als Bergstation um der Hitze von Hanoi zu entfliehen, heute ein boomender Touristenort. Der erste Eindruck ist dann auch entsprechend ernüchternd. Die halbe Stadt ist eine Baustelle. Die älteren Berichte und meine Lonely Planet-Ausgabe stimmen alle nicht mehr. Guetshouses sind geschlossen  oder verlegt. Vor Orten von welchen man einen schönen Blick ins Tal hat, stehen jetzt hinter davorgebauten 10 stockigen Hotelanlagen 🙁. Und das alles scheint kein Ende zu nehmen… unentwegt wird mehr Baumaterial in die Stadt und die Umgebung transportiert. 

Doch verlässt man Sapa wird klar welche schöne Natur und Kultur sich in der Umgebung befinden. Westlich von Sapa befindet sich Vietnams höchster Berg, den man in zwei Tagen besteigen kann wenn man mag, zudem läd die Umgebung zu Motorrad-Touren und Wanderungen ein. Ich miete mir einen Motorroller und fahre erstmal den Berg hoch zu einem Pass von dem man eine schöne Aussicht haben soll. Leider nicht für mich, denn der ganze Berg befindet sich in den Wolken und je höher ich fahre, desto mehr regnet es. ☔️Nach einem Zwischenstopp an einem Zelt für einen Snack fahre ich wieder nach unten. Merke dabei: wenn du eine wasserfeste Jacke anziehst, nimm auch eine wasserfeste Hose… was die Jacke abhält landet nämlich direkt auf der Hose 😅

Aber egal, alles trocknet wieder und das Tal entschädigt für alles. Die Dörfer der H’Mong – einer Minderheit in Vietnam – mit ihren Reisterassen und super Ausblicken in das Tal sind spektakulär. Hier fahre ich einen Nachmittag und den ganzen nächsten Tag mit dem Motorroller herum. 😃 Zwei weitere Tage bin ich in Sapa gefangen, weil es den ganzen Tag nieselt bzw. Regnet und man so überhaupt keinen Ausblick hat. In der Zeit sitze ich in Cafés und schreibe diesen Blog weiter.😀

Meine Gedanken zu Sapa: die tolle Natur und Kultur die man vor 10-20 Jahren noch genießen konnte, verschwindet immer mehr aufgrund des Tourismus. Nicht in erster Linie der westliche Tourismus, vielmehr der vietnamesische selbst. Dazu kommt noch der scheinbar zügellose Bauwahn ohne Grenzen.

Früher oder später endet das in einem künstlichen Disneyland. Dies ist in den ersten beiden Dörfern nach Sapa schon zu spüren. Souvenirladen neben Restaurant neben Souvenirladen… mit einem richtigen Dorf hat dies nichts mehr zutun. Auch die dort befindlichen „homestays“ haben nichts mit einem „Home“ zutun, das sind vielmehr professionelle Unterkünfte / Hostels. Das übernachten in einem richtigen Dorfhaus ist übrigens illegal und kann bestraft werden…Dies sollte man alles im Hinterkopf behalten. Ich habe auch deswegen auf einen Trek verzichtet. Vor 6 Jahren habe ich im Burma im einem richtigen Dorf übernachtet, ohne Strom und Internetversorgung – eine ganz andere Welt als das hier. 

Das soll nun aber nicht zu negativ klingen. Fährt man weiter als 10km von Sapa weg, kommt man noch durch nicht touristische Dörfer, wo mit der Hand Reis angebaut wird und kein Souvenirläden zu finden ist. Ich empfehle definitiv sich diese Zeit zu nehmen. Es lohnt sich. Das Wetter ist übrigens ziemlich wechselhaft wie oft in den Bergen. Während ich die ersten beiden Tage Glück hatte, kamen 2 Tage Pech dazu. Auch da kann man schnell enttäuscht sein wenn man zu wenige Tage einplant oder nicht flexibel ist. Im anderen Jahreszeiten sieht es aber vielleicht etwas stabiler aus….

So nun warte ich noch auf meinen Nachtbus nach Ninh Binh – auch mit toller Natur und hoffentlich weniger Wolken als hier die letzten zwei Tage. 😀

Der Ausblick in das Tal ist spektakulär 

Überall Reisterassen

Da könnte man den ganzen Tag nur den Ausblick genießen 


Am Wochenende im Sapa finden Nachtmärkte statt… auch im Regen 

Auf meinem Zwischenstopp im Zelt an der Straße 

Unterwegs mit dem Roller

Frischfleisch auf dem Markt 

H’Mong Kinder in der Umgebung 

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